Am 10. Juni 2016, 15.00 Uhr, Stadtpark Dessau - 16 Jahre nach dem Mord an Alberto Adriano

In der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2000 wurde Alberto Adriano von drei betrunkenen Neonazis im Dessauer Stadtpark zusammengeschlagen. Drei Tage später erlag er seinen schweren Verletzungen. Fünf Tage nach seinem Tod demonstrierten 5000 Menschen zusammen mit offiziellen Vertretern der Stadt Dessau, des Landes Sachsen-Anhalt und der Bundesregierung gegen rechtsextreme Gewalt. Seitdem  widmen sich Politik und Zivilgesellschaft mit erhöhter Aufmerksamkeit der Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Stärkung einer demokratischen Kultur. Bereits aktive Initiativen gegen rechte Gewalt fanden dadurch endlich Gehör und bekamen neue Möglichkeiten der Projektfinanzierung. Dies ermöglichte den Start zahlreicher neuer Projekte, die in der Öffentlichkeit präsent sind und gegen Rechtsextremismus Position beziehen. Große Medien reagierten in der Folge, um die Bevölkerung über das Ausmaß des Rechtsextremismus aufzuklären und Handlungsmöglichkeiten zur Stärkung der Demokratie aufzuzeigen.

Erhebliche Sachschäden nach mehreren Anschlägen in Dessau // Angriffe auf das Alternative Jugendzentrum, das Regionalbüro der Partei DIE LINKE, sowie das Lokal Bibers Corner // Versuch Bedrohungslage gegen politisch gegen Rechts Engagierte zu schaffen

In den frühen Morgenstunden des 11. Mai 2016 verübten bislang unbekannte Täter mehrere Anschläge auf das Vereinsgebäude des Alternativen Jugendzentrum Dessau (AJZ), das Regionalbüro der Partei DIE LINKE sowie das Lokal Bibers Corner in Dessau. Im AJZ sind u. a. das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt (Projekt GegenPart), die externe Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Dessau-Roßlau und die Koordinierung des Netzwerkes GELEBTE DEMOKRATIE ansässig. Nach dem Mobilen Beratungsteam vorliegenden Informationen, scheinen die Anschläge eine konzertierte Aktion mehrerer Täter_innen gewesen zu sein.

Dokumentation des Spendenaufrufes

Am 23. April, in der Nacht zu Samstag, gegen 0:50 Uhr, traten Unbekannte offenbar gezielt die Wohnungstür einer alternativen Wohngemeinschaft ein. Unter „Scheiß Zecken“-Rufen stürmen etwa zehn Angreifer in die Zimmer der Schlafenden, zerrten drei junge Männer aus ihren Betten und schlugen und traten auf sie ein. Ein Punk erlitt blutende Stichverletzungen am Rücken und am rechten Arm, ein weiterer musste u.a. mit diversen Hämatomen an der rechten Gesichtshälfte stationär im Krankenhaus behandelt werden. Ein Skinhead wurde zudem mit Flaschen beworfen und trug u.a. eine Schulterprellung sowie diverse Hämatome an Kopf und Oberkörper davon.

Exorbitante Steigerung neonazistischer Aktivitäten und Gewalttaten in der Region // So viele Chronikmeldungen und Beratungsfälle wie noch nie verzeichnet

Die Zahlen und Analysen des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus (Projekt GegenPart) beschreiben ein deutliches Bild: In der Region Anhalt (Dessau-Roßlau, Landkreis Wittenberg, Landkreis Anhalt-Bitterfeld) gehören rechtsextreme und demokratiefeindliche Bestrebungen zur Realität auf den Straßen und öffentlichen Plätzen. Zwischen Elbe und Saale haben statistisch gesehen 1,2 mal pro Tag Rechtsextremisten Menschen bedroht, Aufmärsche organisiert, Propagandadelikte verübt und zugeschlagen.

Presseerklärung des Bundesverband Mobile Beratung vom 14.03.2016

Wahlerfolge der AfD deuten auf gesellschaftlichen Wandel hin

Nach dem Einzug der AfD in die Landtage von Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sowie ihren Erfolgen bei den Kommunalwahlen in Hessen fordert der Bundesverband Mobile Beratung e.V. eine intensive gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den demokratiefeindlichen und rassistischen Inhalten der Partei.

Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE ruft zum demokratischen Protest auf

RZ_Postkarte_16_02_24.inddAm 12. März 2016 werden wir mit der 4. Auflage der Aktion EINE MENSCHENKETTE FÜR DESSAU-ROSSLAU, dem bunten Programm BÜHNE FREI FÜR DEMOKRATIE im Dessauer Stadtpark, dem TOLERANZLAUF und den zahlreichen Aktivitäten unter dem Motto DESSAU-NORD GEDENKT vor allem eins zeigen: Dessau-Roßlau ist bunt und weltoffen! Genau eine Woche später steht die demokratische Stadtgesellschaft vor der nächsten Bewährungsprobe. Am 19. März 2015 wollen rechte Kameradschaften mit ihrem Aufmarsch durch unser Zentrum ziehen, den wahren Geschichtsverlauf leugnen, den nationalsozialistischen Terror relativieren und ihre menschenfeindlichen Parolen verkünden.

Das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE wird sich diesem Treiben mit gemeinsamen, friedlichen und allen Menschen offen stehenden Aktionen entgegen stellen.

Wir rufen alle engagierten Bürger_innen auf, am 19. März 2016 erneut Gesicht zu zeigen. Damit treten wir ein für Frieden und Freiheit, für Achtung und Toleranz gegenüber allen Menschen.

Mit buntem Programm für Demokratie und Toleranz am 12. März 2016

RZ_A3_Plakat_Bunt_statt_Braun_2016.inddIn den letzten drei Jahren war es eine Erfolgsgeschichte, eine Sternstunde der Demokratie in dieser Stadt: die Aktion EINE MENSCHENKETTE FÜR DESSAU-ROSSLAU. Hatten doch 3.000 Menschen, vom Karnevalisten bis zur Sportlerin, von der Unternehmerin bis zum Angestellten, vom Schüler bis zum Schuldirektor Gesicht gezeigt. Zusammen für eine tolerante, offene und demokratische Stadtgesellschaft:  Lautet deshalb erneut die Losung für den 12. März 2016. Das Netzwerk GELEBTE DEMOKRATIE ruft an diesem Tag alle engagierten Bürgerinnen und Bürger zu  friedlichen und phantasievollen Aktionen auf die zeigen werden: DESSAU ROSSLAU IST BUNT STATT BRAUN.

Eine analytische Einschätzung der menschenfeindlichen „Nein zum Heim“ Demonstrationen in Roßlau 

Die seit Anfang Oktober wöchentlich stattfindenden „Nein zum Heim“ Demonstrationen in Roßlau nahmen ihren Anfang in einer Informationsveranstaltung zur Flüchtlingsunterbringung am 29. September und mündeten in dem Aufbau einer rechtsextremen Bedrohungskulisse. Bereits kurz vor der Informationsveranstaltung in der Elbe-Rossel-Halle, in der über die Unterbringung von Flüchtlingen in einer vorübergehenden Notunterkunft in Roßlau berichtet wurde, mobilisierten extrem rechte Akteure zu dieser. Um zu stören, Ängste und Sorgen zu schüren und Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen. Noch am gleichen Abend tauchten die ersten Ankündigungen zur „Nein zum Heim“ Demonstration in Roßlau am 06. Oktober auf (mehr dazu hier…). Diese nun wöchentlich stattfindenden menschenfeindlichen Kundgebungen mit „offenem Mikrophon und anschließendem Lichterspaziergang“ direkt gegenüber der geplanten Flüchtlingsunterkunft wirkten nicht nur bedrohlich, schlussendlich sind sie es auch (mehr dazu hier…).

Rechtsradikaler Terror in Gräfenhainichen - Emotionale Reaktionen und rationale Bestandsaufnahme

Mit Erschrecken, Abscheu und großer Sorge um unser Gemeinwesen nehmen wir die Nachricht vom aktuellen gewaltsamen Übergriff auf das sogenannte Schleifergebäude in Gräfenhainichen zur Kenntnis, dass derzeit unter dem Druck des nahenden Winters zu einer Sammelunterkunft für 80 von Krieg und Terror vertriebene Menschen umgebaut werden sollte. Insbesondere der entstandene Wasserschaden hat wohl einen erheblichen Sanierungsbedarf erzeugt und das Projekt finanziell wie im Zeitplan stark zurückgeworfen. Wie jeder durchschnittlich begabte Mensch schon vorher hätte vorausahnen können, hat der Anschlag jedoch weder den Umbau des Schleifergebäudes noch die Umsiedlung von 80 Flüchtlingen nach Gräfenhainichen dauerhaft aufgehalten.

Was bleibt also nach dem Anschlag an Auswirkungen übrig?

 Initiative "offen.bunt.anders." organisiert Infostände, Musik und den unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands

"Wir sind ein loser Zusammenschluß von Menschen aus der Verwaltungs-gemeinschaft Gräfenhainichen, welche Positive Zeichen für und mit Flüchtlingen setzen wollen. Es ist eine Chance für uns alle andere Kulturen kennen zu lernen, ohne dafür weit weg fahren zu müssen. Diese Möglichkeit sollten wir nutzen, denn die Welt ist bunt und wartet auf uns.

Wir nennen uns offen, bunt und anders!

Aus diesen Gründen macht es uns große Sorge, das am 19.12.2015 die sogenannten Besorgten Bürger eine Demonstration in Gräfenhainichen angemeldet haben. Es muss auch klar und deutlich dazu gesagt werden, dass diese Mitmenschen eindeutig der rechtsradikalen, faschistischen und nationalistischen Ideologie unterliegen und diese verbreiten. Die Namen der Anmelder, Tilo Bach und Sebastian Kurde, sprechen dafür! Alle die derzeit dazu mobilisieren gehören zum äußersten rechten Rand der Gesellschaft."

News

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    Seminar für Jugendliche

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    Pressemitteilung des Bundesverband Mobile Beratung vom 25.02.2016

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  • Pressemitteilung des Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA e.V.)

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Projekt GegenPart – Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Anhalt